Einsamer Triumph auf der Bergspitze
Badische Zeitung

Kist-Boschetti gewinnt Belchenlauf mit sieben Minuten Vorsprung

Badische Zeitung 2021
Als Siebter im Ziel: Hanspeter Scherr, TuS Lörrach-Stetten

(BZ). Für die Freunde des Schwarzwald-Berglauf-Pokals galt, sich auch in diesem Jahr in Enthaltsamkeit zu üben. Wie 2020 musste die Laufserie erneut ausfallen, vier der sechs Rennen ereilte die Komplett-Absage. Der Rosskopflauf in Heuweiler fand im Juli nur als individueller Lauf statt. So ist es als positives Zeichen zu werten, dass zumindest der Belchen-Berglauf wieder fast an normale Zeiten – mit Hygieneauflagen wie 3G – anknüpfen konnte.

Die 11,4 Kilometer lange Strecke vom Start am Schönauer Rathaus (538 Meter) hinauf auf den Belchen auf 1362 Metern über Asphalt- und Forstwege bewältigte Tim Zeltner vom TSV Löwenstein als Schnellster. Der Läufer aus dem Landkreis Heilbronn erreichte das Ziel nach 53:59 Minuten und verwies Theo Fehrenbach (TuS Rötenbach/+2:02 Minuten) und Andreas Hille (+2:31 Minuten) auf die Plätze zwei respektive drei. In den Top Zehn platzieren konnten sich unter anderem der Schopfheimer Hanspeter Scherr vom TuS Lörrach-Stetten (7./57:47) und Tobias Herrmann von der LG Hohenfels (10./59:17).

Bei den Frauen erlief Sandra Kist-Boschetti vom TV Bühl einen souveränen Triumph. In 1:02:15 Stunden distanzierte sie die zweitplatzierte Annika Stoll (TuS Schönau) um 6:54 Minuten – der bisher größte Vorsprung bei der 15. Auflage. Den dritten Rang belegte Gabi Schüpbach (LSV Haltingen/+7:49 Minuten) vor Nadine Erhardt (9:27 Minuten), die wie Stoll für TeamAnNa startete.

An den Teilnehmerzahlen waren die Auswirkungen der Pandemie deutlich abzulesen. Hatte es 2019 noch 201 Anmeldungen gegeben (152 Männer, 49 Frauen), registrierte der Belchenlauf nun mit 114 Startern (88/26) seine bisher niedrigste Teilnehmerfrequenz.

Nicht gefährdet waren die Streckenrekorde. Bei den Männern hält weiterhin Markus Jenne (USC Freiburg/2007) in 49:08 Minuten die Topzeit, bei den Frauen datiert die Bestmarke aus dem Jahr 2008, als Britta Müller (VfL Freudenstadt) in 1:00:19 Stunden siegte.


Schnell hinauf zum Belchenhaus
Die Oberbadische

Die Oberbadische 2021
Gabi Schüpbach (Nr. 77) aus Haltingen ist die drittschnellste Frau. Foto: Hans- Jürgen Hege

Keine Siegerehrung gab’s, kein gemeinsames Fest zum Ausklang: Die Duschen blieben verschlossen, und als kleine Anerkennung erhielten die jeweils ersten zehn Läuferinnen und Läufer im Zieleinlauf auf dem Belchen in 1362 Metern Höhe kleine Anerkennungen in die Hände gedrückt.

Schönau (hjh). Beim 15. Belchenlauf war alles ein wenig anders als in der Vergangenheit. Und trotzdem waren die 150 Sportlerinnen und Sportler, die sich bei strahlendem Sonnenschein auf den schweißtreibenden 11,4 Kilometer langen Weg nach „oben“ machten und dabei 824 Höhenmeter bewältigten, „restlos begeistert“.

Allen voran Tim Zeltner vom TSV Löwenstein, der das Belchenhaus nach 53:59 Minuten vor Theo Fehrenbach (TuS Rötenbach, 56:01) und Andreas Hille (56:30) als Erster und damit als Tagessieger erreichte. Schnellste Frau war Sandra Kist-Boschetti (W40) vom TV Bühl 1847, die mit 1:02,15 Stunden ihrer deutlich jüngeren Konkurrentin Annika Stoll (TeamAnNa) im Ziel fast sieben Minuten abknöpfte und diese damit vor der dritten im Bunde Gabi Schüpbach (LSV Haltingen), auf Rang zwei verwies.

Schnellster Jugendlicher war der 16-jährige Felix Dulat, dem die Zeit von 59:12 Minuten trotz starker Konkurrenz – elf Männer blieben unter einer Stunde – zum neunten Platz in der Gesamtwertung verhalf.

Die Region vertrat Hanspeter Scherr (M50) vom TuS Lörrach-Stetten mit seinem siebten Rang in der Gesamtwertung (57:47) bestens, gefolgt vom Grenzacher Stefan Böhm auf Rang 13 und dem Brombacher Ulf Sörensen (M45), der in 1:01,53 Stunden auf Platz 18 in der Gesamtwertung lief.

Insgesamt erreichten bei diesem sehr anspruchsvollen Lauf 88 Männer und 26 Frauen das Ziel. Ältester Läufer war mit über 67 Jahren der Löffinger Viktor Braun, älteste Teilnehmerin die Ettenheimerin Gisela Wieczorek.

Bei ihnen allen bedankte sich der TuS-Vorsitzende Tobias Hauger dafür, dass sie sich trotz der Umstände und ungeachtet der Corona-Auflagen zur Teilnahme entschlossen hatte. Er schürte dabei die Hoffnung auf ein pandemiefreies Jahr 2022, in dem es sicherlich wieder möglich sein könnte, den Ausgang des Belchenlaufs in der neuen Buchenbrandhalle zu feiern und dabei auch hervorragende Platzierungen im großen Finale des Schwarzwald-Berglauf-Pokals zu würdigen, der in diesem Jahr der Pandemie zum Opfer fiel.